Mehrere sortierte gebrauchte Golfbälle verschiedener Marken, bereitgelegt zum Einschlagen vor der Runde

Aufwärmen vor der Golfrunde: der 15-Minuten-Plan

15 Minuten reichen. Entscheidend ist nicht, wie viele Bälle du schlägst, sondern in welcher Reihenfolge du vorgehst: erst der Körper ohne Schläger, dann kurze Schläge, dann lange Schläge, zuletzt Putten. Wer keine Driving Range zur Verfügung hat, bekommt dasselbe Prinzip in acht Minuten am ersten Abschlag unter.

Der übliche Ablauf sieht anders aus: ankommen, Driver ziehen, zehn Bälle so hart wie möglich schlagen, zum Tee hetzen. Das ist kein Aufwärmen, das ist ein Test — und der geht in der ersten Minute des Tages meistens schlecht aus.

Bringt Aufwärmen beim Golf wirklich etwas?

Ja — aber die Beweislage ist dünner, als Trainingsartikel gern suggerieren. Die meistzitierte Untersuchung dazu stammt von Fradkin, Sherman und Finch (British Journal of Sports Medicine 2004, 38(6), Seite 762–765). Eine Gruppe mit golfspezifischem Aufwärmprogramm steigerte ihre Schlägerkopfgeschwindigkeit im Mittel um 12,8 % gegenüber dem Ausgangswert, nach fünf Wochen regelmäßiger Wiederholung um 24,0 %. Die Kontrollgruppe veränderte sich kaum.

Ehrlich eingeordnet: An dieser Studie nahmen 20 Männer teil, zehn pro Gruppe, gemessen wurde im Labor. Das ist eine kleine Stichprobe. Und die 24 % nach fünf Wochen sind zum großen Teil ein Trainingseffekt, kein reiner Aufwärmeffekt. Erwarte also keine 24 % mehr Länge, nur weil du morgen früher auf den Platz fährst.

Aussagekräftiger für die Praxis ist eine zweite Zahl derselben Arbeitsgruppe. In einer Beobachtungsstudie (Fradkin, Finch und Sherman, British Journal of Sports Medicine 2001, 35(2), Seite 125–127) wurden über drei Wochen 1.040 Amateurgolfer auf einem privaten Platz, einem öffentlichen Platz und einer Driving Range beobachtet. Nur 54,3 % machten überhaupt irgendeine Form von Vorbereitung — und von diesen wiederum 88,7 % ausschließlich Luftschwünge am Abschlag.

Aufwärmen ist damit keine Geheimwaffe, sondern schlicht etwas, das fast niemand macht. Genau das ist der Punkt: Du musst nichts Besonderes leisten, um dir auf dem ersten Tee einen Vorteil zu verschaffen. Es genügt, überhaupt etwas zu tun.

Wie lange musst du dich vor der Golfrunde aufwärmen?

So lange, wie du Zeit hast — die Reihenfolge ist wichtiger als die Dauer. Unter fünf Minuten geht es ausschließlich um Beweglichkeit, ab 15 Minuten kommen Schläge dazu, ab 30 Minuten lohnt sich das Übungsgrün, um die Grün-Geschwindigkeit des Tages zu lesen.

Zeit vor dem Start Das machst du Das lässt du weg
5 Minuten Rumpfdrehungen mit Schläger im Nacken, Armkreise, fünf Probeschwünge mit zwei Eisen gleichzeitig alles mit Ball — dafür ist die Zeit zu knapp
15 Minuten 3 Minuten Körper, 9 Minuten Schläge vom Wedge aufwärts, 3 Minuten kurze Putts Driver mit vollem Tempo, Bälle zählen
30 Minuten wie oben, zusätzlich Chippen und lange Lag-Putts auf dem Übungsgrün Schwungtechnik korrigieren
45+ Minuten volle Wettkampfroutine mit Zielschlägen und Platzstrategie neue Schläge ausprobieren, die du nicht sicher beherrschst

Die letzte Spalte ist die wichtigere. Aufwärmen und Training sind zwei verschiedene Dinge: Vor der Runde geht es darum, den Körper und das Timing hochzufahren — nicht darum, besser zu werden. Wer 20 Minuten vor dem Start noch an seinem Slice arbeitet, nimmt die Baustelle mit auf den Platz. Technikarbeit gehört in eine eigene Einheit; wie die aussieht, steht in unserem Leitfaden zum Driving-Range-Training für mehr Konstanz.

Der 15-Minuten-Plan Schritt für Schritt

Dieser Plan kommt mit rund 25 Bällen aus und lässt sich auf jeder Anlage mit Range umsetzen. Die Minutenangaben sind Blöcke, keine Stoppuhr-Vorgabe.

Minute Block Konkret Bälle
0–3 Körper, ohne Ball 10 Rumpfdrehungen mit Schläger auf den Schultern, 10 Armkreise vorwärts und rückwärts, 10 Ausfallschritte, 10 lockere Probeschwünge mit zwei Eisen gleichzeitig 0
3–6 Kurzes Spiel Pitching Wedge, halbe Schwünge mit etwa 60 % Tempo, Fokus auf sauberen Bodenkontakt ca. 8
6–10 Mittlere Eisen Eisen 7, dann Eisen 5 oder Hybrid; ab jetzt jeden Ball auf ein konkretes Ziel spielen, nicht ins Nichts ca. 10
10–12 Der Schläger für den ersten Abschlag drei bis vier Bälle mit dem Schläger, den du am ersten Tee wirklich nimmst — mehr nicht ca. 4
12–15 Putten sechs Putts aus einem Meter zum Gefühl für den sauberen Treffpunkt, danach drei lange Putts quer über das Grün für das Tempo 0

Zwei Details entscheiden über die Wirkung. Erstens: Steigere das Tempo, nicht die Schlägerlänge zuerst. Der Fehler Nummer eins ist der Driver in Minute zwei. Zweitens: Die letzten Schläge vor dem Start sollten die sein, die du gleich brauchst. Wer mit dem Driver aufhört und dann am ersten Tee ein Hybrid schlägt, hat den Übergang verschenkt.

Wer wenig Beweglichkeit mitbringt oder nach längerer Pause zurückkommt, verlängert den ersten Block auf fünf Minuten und kürzt bei den mittleren Eisen. Passende Übungen dafür stehen in unserem Beitrag zu Golf-Fitness für einen kraftvolleren Schwung. Bei Kälte gilt grundsätzlich: alles dauert länger, der Körper braucht mehr Vorlauf und der Ball fliegt kürzer — Details dazu in den Tipps für kalte Tage auf dem Platz.

Was, wenn es keine Driving Range gibt?

Dann verlegst du alles auf Übungsgrün und ersten Abschlag — acht Minuten genügen. Viele kleinere Anlagen und fast alle Kurzplätze haben kein Abschlagfeld in Startnähe, und bei einer frühen Startzeit ist die Range oft noch geschlossen. Das ist kein Grund, ohne Vorbereitung loszuspielen.

  • Minute 0–3: Körperblock wie oben, direkt am Auto oder hinter dem Tee.
  • Minute 3–6: Puttinggrün. Erst drei lange Putts für das Tempo, dann fünf kurze für den Treffpunkt. Das Grün verrät dir außerdem, wie schnell es heute ist.
  • Minute 6–8: Am Abschlag zehn Probeschwünge, beginnend mit halbem Tempo, die letzten drei in Zielgeschwindigkeit.
  • Erster Schlag: konservativ wählen. Ein Hybrid ins Fairway ist an Loch 1 mehr wert als ein kalter Driver.

Womit einschlagen — Rangebälle oder eigene Bälle?

Zum Lockerwerden sind Rangebälle völlig ausreichend. Für Distanzkontrolle taugen sie nicht: Sie sind meist härter gebaut, oft stark bespielt und fliegen dadurch anders als dein Spielball — wer sich seine Eisenlängen auf der Range einprägt, prägt sich die falschen Zahlen ein. Warum das so ist, haben wir im Beitrag Rangebälle vs. echte Golfbälle auseinandergenommen.

Für alles, was über das reine Aufwärmen hinausgeht — Zielschläge, Chippen, Distanzkontrolle — nimmst du besser den Ball, den du auf der Runde spielst. Genau dafür gibt es bei Bogey Golf, dem Onlineshop für Lakeballs mit Versand aus Deutschland, der über 80 % seiner Bälle direkt auf dem Platz einsammelt (Found Balls) statt sie aus dem Wasser zu bergen, ein eigenes Sortiment an Übungsbällen. Dieses Sortiment steht bewusst neben den beiden Qualitätsstufen und ist keine dritte Stufe: Für die Runde gibt es Bogey Premium (Markt: AAAA/Mint) und Bogey Classic (Markt: AAA), nachzulesen auf der Seite zu den Qualitätsstufen.

Eine ehrliche Einschränkung zum Schluss dieses Abschnitts: Wer ein Turnier spielt, sollte sein Aufwärmen deutlich früher und länger anlegen, als hier beschrieben. Wie eine vollständige Wettkampfvorbereitung aussieht, steht in unserem Leitfaden zur Turniervorbereitung.

Häufige Fragen zum Aufwärmen vor der Golfrunde

Wie viele Bälle sollte ich vor der Runde schlagen?

Etwa 20 bis 25 Bälle genügen. Mehr bringt selten zusätzliche Lockerheit, kostet aber Kraft und Konzentration, die auf den ersten Löchern fehlen. Wichtiger als die Anzahl ist die Verteilung: rund ein Drittel kurze Schläge, ein Drittel mittlere Eisen, nur drei bis vier Schläge mit dem längsten Schläger.

Ist Dehnen vor der Golfrunde sinnvoll?

Dynamisches Dehnen ja, langes statisches Halten eher nicht. Die gängige sportwissenschaftliche Empfehlung lautet, vor der Belastung in Bewegung zu dehnen — Rumpfdrehungen, Armkreise, Ausfallschritte — und statische Dehnungen für danach aufzuheben. Für Golf sind Brustwirbelsäule, Hüfte und Schultern die drei Bereiche, die am meisten bringen.

Sollte ich mich mit dem Driver einschlagen?

Nur am Ende und nur mit wenigen Bällen. Der Driver ist der längste Hebel im Bag und verlangt die größte Beweglichkeit — kalt geschlagen ist er die häufigste Ursache für einen misslungenen ersten Abschlag. Drei bis vier Bälle reichen, und zwar erst, nachdem Wedge und mittlere Eisen gelaufen sind.

Was mache ich, wenn ich zu spät zum Start komme?

Zwei Minuten Körperarbeit, kein Ball. Zehn Rumpfdrehungen mit dem Schläger auf den Schultern und zehn zügige Probeschwünge mit zwei Eisen bringen mehr als drei gehetzte Bälle auf der Range. Danach am ersten Tee bewusst den sichereren Schläger nehmen und die ersten drei Löcher als verlängertes Aufwärmen betrachten.

Muss ich mich im Winter länger aufwärmen?

Ja, plane etwa die doppelte Zeit für den Körperblock ein. Bei niedrigen Temperaturen brauchen Muskulatur und Gelenke deutlich länger, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Kleide dich in Schichten, halte die Hände warm und beginne mit noch kürzeren Schwüngen als üblich — die vollen Schwünge kommen erst am Ende.

Fazit: Reihenfolge schlägt Dauer

Aufwärmen vor der Golfrunde ist eine der wenigen Verbesserungen, die nichts kosten und sofort wirken. 15 Minuten in der richtigen Reihenfolge — Körper, kurze Schläge, lange Schläge, Putten — sind mehr wert als eine halbe Stunde Driver-Bälle. Und wenn keine Range da ist, tun es acht Minuten am Übungsgrün.

Wer regelmäßig einschlägt, braucht dafür Bälle, um die es nicht schade ist. Bei Bogey Golf findest du dafür das Sortiment an Übungsbällen, und für die Runde selbst die 100er-Packs in beiden Qualitätsstufen. Wer erst einmal vergleichen will, startet bei den günstigen Golfbällen. Versandkostenfrei ab 50 €.

Stand: September 2026

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