Chippen üben ohne Übungsgrün: 6 Alternativen, die wirklich helfen
Share
Chippen üben kannst du auch ohne Übungsgrün – im Garten, auf der Range-Matte, im Wohnzimmer und sogar zwischen zwei Löchern während der Runde. Entscheidend ist nicht das Grün, sondern ein klar definierter Landepunkt: Wer lernt, den Ball auf einen bestimmten Fleck fliegen zu lassen, hat den schwierigsten Teil des Chips trainiert. Was fehlt, ist das Rollverhalten auf echtem Grün – und genau das lässt sich mit einer einfachen Faustregel und wenigen Platzbesuchen nachkalibrieren.
In diesem Ratgeber findest du sechs Alternativen mit ihren Grenzen, eine Tabelle zum Verhältnis von Flug und Roll je Schläger, die Regel, nach der du während der Runde chippen darfst, und die Frage, welcher Ball sich für das Training lohnt.
Warum lohnt sich Chippen-Training ohne Grün überhaupt?
Weil der Chip vor allem ein Treff- und Landepunkt-Problem ist, kein Grün-Problem. Sauberer Ballkontakt, ein reproduzierbarer Tiefpunkt und die Kontrolle über die Flughöhe lassen sich auf fast jeder Fläche üben, auf der ein Ball liegen kann.
Dazu kommt ein praktischer Grund. In Deutschland waren zum 30.09.2025 laut Deutschem Golf Verband 695.617 Golferinnen und Golfer an 721 Golfanlagen registriert (DGV-Pressemitteilung vom 21.01.2026). Übungsgrüns und Kurzspielbereiche sind an vielen Anlagen klein und am Wochenende voll – und nicht jede Anlage hat überhaupt einen eigenen Bereich, auf den man chippen darf. Wer nur übt, wenn das Übungsgrün frei ist, übt selten.
Die Technik selbst – Ball hinten im Stand, Gewicht vorn, Hände vor dem Ball – haben wir in Chip vs. Pitch: wann du welchen Schlag rund ums Grün brauchst erklärt. Hier geht es darum, wo und wie du sie trainierst.
Wo kann ich chippen üben, wenn es kein Übungsgrün gibt?
Kurz: überall dort, wo du einen Landepunkt markieren kannst und der Ball nicht zur Gefahr wird. Jede Fläche trainiert dabei etwas anderes und hat eine eigene Grenze.
| Alternative | Was du trainierst | Welcher Ball | Grenze |
|---|---|---|---|
| Garten mit Rasen | Treffpunkt aus echtem Gras, Landepunkt, Flughöhe | echter Golfball, bei wenig Platz Softball | Rasen ist langsamer und unebener als ein Grün; Rollweite stimmt nicht |
| Range-Matte mit Zielzone | Landepunkt auf 5–20 m, Schlägerwahl, Wiederholung | Rangeball oder eigener Ball, wo erlaubt | Matte verzeiht fette Treffer – der Tiefpunkt wird geschönt |
| Wohnzimmer oder Flur | Bewegungsablauf, Schlagflächenkontrolle, kurze Lobs in einen Korb | Schaumstoff- oder Lochball | kein echtes Ballgefühl; Teppich hat mit Gras wenig gemein |
| Platz in ruhigen Randzeiten | echte Lagen, echtes Grün, Entscheidungen | eigene Spielbälle | nur mit Erlaubnis der Anlage und ohne andere aufzuhalten |
| Zwischen den Löchern (Regel 5.5b) | ein, zwei Chips am gerade beendeten Grün | dein Spielball | nicht aus dem Bunker, nicht bei Verzögerung, Platzregel kann es verbieten |
| Putting-Grün-Rand | Chips aus dem Vorgrün auf echtes Grün | eigene Bälle | viele Anlagen untersagen Chips auf das Putting-Grün – vorher fragen |
Die beste Kombination für die meisten Spieler: Unter der Woche Garten oder Matte für den Landepunkt, einmal pro Woche echtes Grün zum Nachjustieren der Rollweite. Wer allein auf dem Platz übt, findet die Regeln und einen Ablaufplan in unserem Beitrag Alleine auf dem Platz trainieren: die Mehrball-Runde.
Was trainiere ich, wenn kein Grün da ist?
Den Landepunkt. Ein Chip besteht aus Flug und Roll – und nur den Flug kontrollierst du direkt. Der Roll ergibt sich aus Schläger, Grüngeschwindigkeit und Gefälle.
Die einfachste Übung dafür ist der Handtuch-Drill: Lege ein Handtuch oder eine Frisbeescheibe auf 3, 5 und 8 Meter Entfernung und chippe zehn Bälle auf jedes Ziel. Gezählt wird nur, was auf dem Handtuch landet, nicht, wo der Ball liegen bleibt. Steigere danach den Schwierigkeitsgrad, indem du nach jedem Ball Ziel und Schläger wechselst – so trainierst du Abruf statt Wiederholung. Warum das auf dem Platz den Unterschied macht, steht in Auf der Range gut, auf dem Platz schlecht.
Für die Übertragung aufs Grün hilft eine verbreitete Faustregel aus dem Golfunterricht, die sogenannte „Rule of 12": Ziehe die Schlägernummer von 12 ab, das Ergebnis ist der Rollanteil im Verhältnis zum Flug (Pitching Wedge = 10, Sand Wedge meist als 11 gerechnet). Sie gilt für flache, mittelschnelle Grüns und einen normal getroffenen Chip – sie ist ein Startwert, keine Messung.
| Schläger | Flug : Roll (Faustregel) | Beispiel: Fahne 12 m entfernt |
|---|---|---|
| Sand Wedge | 1 : 1 | Landepunkt bei ca. 6 m |
| Pitching Wedge | 1 : 2 | Landepunkt bei ca. 4 m |
| Eisen 9 | 1 : 3 | Landepunkt bei ca. 3 m |
| Eisen 8 | 1 : 4 | Landepunkt bei ca. 2,4 m |
| Eisen 7 | 1 : 5 | Landepunkt bei ca. 2 m |
Quelle der Faustregel: verbreitete Unterrichtsregel, u. a. beschrieben bei Golfers Authority („The Rule of 12 in Golf"); die Beispielwerte sind gerechnet, nicht gemessen. Bergauf rollt der Ball kürzer, bergab und auf schnellen Grüns deutlich weiter. Deshalb der wichtigste Praxistipp: Miss beim nächsten Besuch auf echtem Grün nach, wie weit dein Ball mit deinem Lieblingsschläger tatsächlich rollt, und notiere dir deine eigenen Werte. Ohne Grün trainierst du dann nur noch den Landepunkt – und der ist von der Grüngeschwindigkeit unabhängig.
Darf ich während der Runde chippen üben?
Ja, in engen Grenzen. Regel 5.5b der Golfregeln erlaubt zwischen zwei Löchern Übungsputts und Übungschips auf oder nahe dem Grün des gerade beendeten Lochs, auf jedem Übungsgrün und am Abschlag des nächsten Lochs – aber nicht aus einem Bunker und nicht so, dass das Spiel unangemessen verzögert wird (R&A, Rules of Golf, Regel 5.5b, Fassung 2023).
Zwei Einschränkungen solltest du kennen. Erstens kann die Spielleitung genau das per Musterplatzregel I-2 verbieten – im Turnier also immer die Platzregeln lesen. Zweitens zählt ein Verstoß als Grundstrafe (zwei Schläge im Zählspiel, Lochverlust im Lochspiel), die bei einem Verstoß zwischen zwei Löchern am nächsten Loch angerechnet wird. Volle Übungsschwünge mit Ball sind von der Ausnahme nicht gedeckt. Das ist keine Rechtsberatung; im Zweifel entscheidet die Spielleitung deiner Anlage.
In einer privaten Runde ohne Wertung ist ein Chip nach dem Einlochen meist kein Problem – solange hinter dir niemand wartet. Mit Flight im Nacken ist er eine Unhöflichkeit, egal was die Regel erlaubt.
Welche Bälle eignen sich zum Chippen-Üben?
Für alles außerhalb der Wohnung: ein echter Golfball – und möglichst immer dasselbe Modell. Beim Chip entscheidet die Rollweite, und die hängt auch vom Ball ab. Wer mit einem bunten Mix aus harten Distanzbällen und weichen Urethanbällen übt, misst am Ende den Ball statt seinen Schlag.
Im Garten und auf der Matte reicht dafür ein günstiger, sortenreiner Ball. Bei Bogey Golf, einem Onlineshop für Lakeballs mit Versand aus Deutschland, werden über 80 % der Bälle direkt auf dem Platz gesammelt und nicht aus dem Wasser geborgen; sortiert wird nach Marke und Zustand. Für das Chip-Training liegt die Stufe Bogey Classic (Markt: AAA) bei den aktuell bestellbaren Mixen zwischen 0,29 € und 0,46 € pro Ball im 50er-Paket, ein sortenreiner Srixon Soft Feel in Bogey Classic bei 0,69 € pro Ball (Shop-Preise vom 30.10.2026). Die Stufe Bogey Premium (Markt: AAAA/Mint) brauchst du fürs Üben nicht – optische Spuren ändern am Chip nichts. Was die beiden Stufen zusagen, steht auf der Seite Qualitätsstufen Bogey Premium und Bogey Classic.
Ehrlich gesagt: Für den reinen Landepunkt-Drill im Garten ist der Ball fast egal. Interessant wird die Ballwahl, sobald du auf echtem Grün die Rollweite nachmisst – dann sollte es der Ball sein, den du auch auf der Runde spielst. Welche Modelle im kurzen Spiel wie reagieren, steht in Kurzes Spiel meistern: welcher Golfball für Chip und Pitch?. Für Wohnung und kleinen Garten haben wir die Balltypen von Schaumstoff bis Lochball in Golfbälle zum Üben zuhause verglichen.
Wann ersetzt das alles das Übungsgrün nicht?
Bei allem, was das Grün selbst betrifft. Grüngeschwindigkeit, Gefälle und das Bremsverhalten des Balls nach der Landung lernst du nur auf echtem Grün. Ebenso Lagen, die dein Garten nicht bietet: verdichteter Boden im Spätherbst, tiefes Vorgrün, Hanglagen am Grünrand.
Und zwei Schläge fallen ganz heraus. Bunkerschläge lassen sich ohne Sand nicht sinnvoll üben, und hohe Lob-Schläge mit voller Schlagfläche über ein Hindernis brauchen Platz und Sicherheitsabstand, den kaum ein Garten hat. Wer in diesen Bereichen Schläge verliert, muss auf die Anlage – Ersatzflächen helfen hier nicht.
Häufige Fragen
Wie oft sollte ich Chippen üben, um besser zu werden?
Regelmäßig kurz schlägt selten lang. Zwei bis drei Einheiten von 15 bis 20 Minuten pro Woche mit dem Handtuch-Drill bringen mehr als ein Nachmittag im Monat. Wichtig ist, dass du Ziel und Schläger oft wechselst. Einmal pro Woche auf echtem Grün die Rollweite nachzumessen, reicht, um die Gartenwerte zu kalibrieren.
Kann ich auf einer Kunstrasenmatte im Garten Chippen üben?
Ja, für Landepunkt und Bewegungsablauf eignet sich eine Matte gut. Sie hat aber einen Nachteil: Der Schläger gleitet auch bei einem zu frühen Bodenkontakt durch, fette Treffer fallen kaum auf. Wechsle deshalb zwischendurch auf Rasen, weil er deinen Tiefpunkt ehrlich zeigt. Auf dicken, gedämpften Matten bleibt die Belastung für die Gelenke gering.
Darf ich auf dem Putting-Grün meines Clubs chippen?
Das regelt die Platzordnung deiner Anlage, nicht die Golfregeln. Viele Clubs erlauben auf dem Putting-Grün nur Putts, um die Grünoberfläche zu schonen, und weisen für Chips einen eigenen Bereich aus. Frag im Sekretariat oder beim Greenkeeping nach. Steht nichts dazu angeschlagen, ist Nachfragen die bessere Wahl als Ausprobieren.
Welcher Schläger ist zum Chippen-Üben am besten?
Starte mit einem Schläger, mit dem du dich sicher fühlst – für die meisten ist das das Pitching Wedge. Ergänze danach ein Eisen 8 oder 9 für längere Rollstrecken. Mit zwei Schlägern und festen Landepunkten deckst du die meisten Situationen rund ums Grün ab. Das Sand Wedge kommt dazu, wenn wenig Grün zur Fahne bleibt.
Fazit: Landepunkt üben, Rollweite nachmessen
Ohne Übungsgrün fehlt dir ein Teil des Chips, aber nicht der wichtigste. Den Landepunkt, die Flughöhe und den sauberen Treffpunkt trainierst du im Garten, auf der Matte und notfalls im Flur. Auf das echte Grün musst du nur noch, um zu messen, wie weit dein Ball dort rollt. Mit der Faustregel aus der Tabelle als Startwert und deinen eigenen Messwerten wird daraus ein System, das auf jedem Platz funktioniert.
Für das Training brauchst du vor allem genug Bälle desselben Typs. Markenmixe und sortenreine Modelle in Bogey Classic findest du unter günstige Golfbälle ab 0,29 € pro Ball, weichere Modelle für das kurze Spiel unter Golfbälle für Anfänger. Versandkostenfrei liefern wir ab 50 € Bestellwert.
Stand: Oktober 2026. Preise laut Shop am 30.10.2026. Regelangaben nach R&A Rules of Golf, Regel 5.5b, und Musterplatzregel I-2. Golferzahl: DGV-Pressemitteilung vom 21.01.2026.