Gebrauchte Vice Golfbälle verschiedener Modelle, gereinigt und sortiert

Vice Golfbälle als Lakeball: Welches Modell passt zu dir?

Vice hat sechs Ballmodelle im Programm, und die Auswahl ist einfacher, als sie aussieht: Pro, Pro Plus, Pro Zero und Pro Soft haben eine Urethan-Schale und sind damit die Bälle für Spieler, die rund ums Grün Spin brauchen. Tour und Drive haben eine Surlyn-Schale, fliegen geradliniger und halten länger. Innerhalb der Urethan-Gruppe entscheidet die Schwunggeschwindigkeit: Pro Soft für langsame Schwünge, Pro für die Mitte, Pro Plus für harte Schläger. Als Lakeball verschiebt sich die Rechnung noch einmal — und ausgerechnet das teuerste Modell ist dabei nicht automatisch die beste Wahl.

Welches Vice-Modell passt zu welchem Spieler?

Kurz: Pro Soft unter 135 km/h Schlägerkopfgeschwindigkeit, Pro zwischen 135 und 165 km/h, Pro Plus darüber. Wer die Urethan-Schale gar nicht ausnutzt, weil der Ball ohnehin selten aus 40 Metern angegriffen wird, fährt mit Tour oder Drive besser — und deutlich günstiger.

Die folgende Zuordnung fasst zusammen, was die Modelle technisch unterscheidet. Die Kompressionswerte stammen aus dem Modelltest von Out of Bounds Golf (2026); für den Pro Zero hat MyGolfSpy im Ball Lab eine durchschnittliche Kompression von 95 gemessen. Vice selbst nennt für den Pro Soft keinen offiziellen Wert — Messungen Dritter liegen im Bereich 60 bis 70.

Modell Aufbau Schale Kompression Passt zu
Vice Pro Soft 3-teilig gegossenes Urethan ca. 60–70 unter 135 km/h, weiches Gefühl
Vice Pro 3-teilig gegossenes Urethan ca. 90 135–165 km/h, Allrounder
Vice Pro Plus 4-teilig gegossenes Urethan ca. 100 über 165 km/h, tiefer Ballflug
Vice Pro Zero 3-teilig verschmolzenes Urethan (TPU) ca. 95 Urethan-Spin, aber robuster
Vice Tour 3-teilig Surlyn ca. 95 hohes Handicap ab 28, Kontrolle über Weite
Vice Drive 2-teilig Surlyn ca. 95 maximale Weite, geradliniger Flug

Wer sich beim Thema Härte unsicher ist, findet die Zusammenhänge ausführlich in unserem Beitrag dazu, welche Golfball-Kompression zu welchem Schwung passt.

Was unterscheidet Pro, Pro Plus, Pro Zero und Pro Soft?

Alle vier haben eine Urethan-Schale, aber nur drei davon dieselbe Machart. Pro, Pro Plus und Pro Soft tragen ein dünnes, gegossenes Urethan — die Bauweise, die auch Tour-Bälle der großen Marken verwendet. Der Pro Zero nutzt stattdessen thermoplastisches Urethan, das im Verarbeitungsprozess verschmolzen statt gegossen wird.

Der Unterschied ist im Neuzustand vor allem ein Preisunterschied. Im Gebrauchtmarkt wird daraus ein Haltbarkeitsargument: Thermoplastisches Urethan ist abriebfester. Ein Pro Zero, der drei Runden im Rough gelegen hat, sieht in aller Regel besser aus als ein gegossener Pro mit derselben Geschichte. Wenn du Wert auf makellose Optik legst und trotzdem Urethan willst, ist der Pro Zero als Lakeball der pragmatischere Kauf.

Der Pro Plus ist der einzige Vierteiler im Programm. Die zusätzliche Mantelschicht senkt den Spin am Driver und hebt ihn am Wedge — das funktioniert aber erst, wenn genug Geschwindigkeit da ist, um den Ball zu komprimieren. Unterhalb von etwa 165 km/h Schlägerkopfgeschwindigkeit verschenkst du damit Weite statt sie zu gewinnen. Wir haben dem Modell einen eigenen Text gewidmet: Vice Pro Plus als Lakeball — der Challenger im Premium-Segment.

Vice Tour und Vice Drive — wann reicht Surlyn?

Surlyn reicht immer dann, wenn dein Score nicht am Spin scheitert. Für die meisten Spieler mit einem Handicap ab 28 entscheidet nicht der Backspin aus 40 Metern über die Runde, sondern wie viele Bälle im Aus landen. Genau da ist die härtere, spinärmere Schale im Vorteil: weniger Seitenspin bedeutet weniger Slice.

Der Unterschied zwischen Tour und Drive ist der Aufbau. Der Tour ist dreiteilig und gibt am Wedge noch etwas nach, der Drive ist ein klassischer Zweiteiler, der auf Weite optimiert ist. Wer den Ball vor allem lang und gerade haben will, nimmt den Drive; wer rund ums Grün noch ein wenig Kontrolle möchte, den Tour. Die grundsätzliche Abwägung erklären wir im Beitrag Urethan oder Surlyn — welche Golfball-Schale macht den Unterschied.

Was kostet ein Vice-Ball als Lakeball?

Zwischen 0,42 € und 1,55 € pro Ball, je nach Modell, Qualitätsstufe und Packungsgröße. Die vier Urethan-Modelle kosten identisch — Vice ruft dafür auch neu denselben Preis auf. Der Sprung nach unten kommt beim Wechsel auf Tour, Drive oder den gemischten Vice-Mix.

Modell Bogey Classic, 50er Bogey Premium, 50er Bogey Classic, 100er
Pro · Pro Plus · Pro Zero · Pro Soft 1,19 € / Ball 1,55 € / Ball 1,09 € / Ball
Vice Tour 0,69 € / Ball 0,90 € / Ball 0,63 € / Ball
Vice Drive 0,65 € / Ball 0,85 € / Ball 0,60 € / Ball
Vice Mix (modellgemischt) 0,46 € / Ball 0,60 € / Ball 0,42 € / Ball

Bogey Premium (im Shop als Grade A geführt, Markt: AAAA/Mint) heißt nahezu neuwertig: voller Glanz, klare Beschriftung, keine Markierungen. Bogey Classic (Grade B, Markt: AAA) hat leichte optische Gebrauchsspuren, spielt sich aber identisch. Was die beiden Stufen konkret unterscheidet, steht auf unserer Seite zu den Qualitätsstufen. Bei einem Ball, den du ohnehin verlierst, ist Classic fast immer die klügere Wahl — der Aufpreis auf Premium bezahlt Optik, nicht Flugverhalten.

Ein Hinweis zur Verfügbarkeit: Vice verkauft neu ausschließlich direkt an Endkunden. Dadurch liegen auf deutschen Plätzen schlicht weniger Vice-Bälle als Titleist oder Callaway — die Chargen sind kleiner und die Modelle nicht durchgängig verfügbar. Bogey Golf, Onlineshop für Lakeballs mit Versand aus Deutschland, sammelt über 80 % der Bälle direkt auf dem Platz; was gefunden wird, bestimmt das Sortiment. Bei den 721 Golfanlagen in Deutschland mit 695.617 registrierten Golfern (Deutscher Golf Verband, Stand 30.09.2025) ist die Grundmenge groß genug — die Verteilung über die Marken aber eben nicht gleichmäßig.

Wo ist ein Vice-Lakeball nicht die richtige Wahl?

In drei Fällen solltest du zu etwas anderem greifen. Erstens: Wenn du im Turnier die Ein-Ball-Bedingung erfüllen musst und eine größere Menge desselben Modells in derselben Charge brauchst — bei einer D2C-Marke im Gebrauchtmarkt ist das schwerer zuverlässig zu bekommen als bei Titleist. Zweitens: Wenn dir die Optik wichtiger ist als der Preis, denn gerade der gegossene Urethan-Mantel des Pro zeigt Gebrauchsspuren früher als eine Surlyn-Schale. Drittens: Wenn du unter 135 km/h schwingst und trotzdem den Pro Plus kaufen willst, weil er das teuerste Modell ist — das ist der klassische Fehlkauf.

Und ehrlich gesagt: Wenn du regelmäßig mehr als drei Bälle pro Runde verlierst, ist die Modellfrage zweitrangig. Dann zählt der Preis pro Ball, und ein günstiger Ball in ausreichender Menge bringt dir mehr als jede Schalendiskussion. Welche Ballklasse zu deinem Spielstand passt, klärt unser Golfball-Kaufberater nach Handicap.

Fazit: drei Sätze zur Entscheidung

Schwingst du unter 135 km/h und willst Urethan, nimm den Pro Soft. Liegst du darüber und spielst regelmäßig Annäherungen, nimm den Pro — oder den Pro Zero, wenn dir Haltbarkeit wichtiger ist als das letzte bisschen Gefühl. Verlierst du viele Bälle oder kämpfst mit dem Slice, spar dir das Urethan und nimm Tour oder Drive.

Alle Modelle findest du gesammelt in der Vice-Kategorie; wenn du markenübergreifend vergleichen willst, lohnt der Blick auf die Tour-Bälle. Versandkostenfrei ab 50 €.

Häufige Fragen zu Vice-Lakeballs

Ist der Vice Pro mit dem Titleist Pro V1 vergleichbar?

Beide sind dreiteilige Bälle mit gegossener Urethan-Schale und zielen auf dieselbe Spielergruppe. Der Pro V1 liegt in der Kompression etwas niedriger, der Vice Pro bei rund 90. Im direkten Spiel sind die Unterschiede für die meisten Amateure kleiner als der Unterschied zwischen zwei Tagesformen — der Preisunterschied ist es nicht.

Welcher Vice-Ball hält als Lakeball am besten?

Der Pro Zero. Seine Schale besteht aus thermoplastischem, verschmolzenem Urethan statt aus gegossenem — das ist abriebfester. Danach folgen Tour und Drive mit ihrer harten Surlyn-Schale. Am empfindlichsten gegen Gebrauchsspuren sind Pro, Pro Plus und Pro Soft mit dünnem Gussurethan.

Was ist im Vice Mix enthalten?

Ein Vice Mix ist modellgemischt: Er enthält verschiedene Vice-Modelle in einer Packung, ohne Zusicherung eines bestimmten Modells. Das drückt den Preis auf 0,42 bis 0,60 € pro Ball. Für Training, Range-Ersatz und Runden auf wasserreichen Plätzen ist das die günstigste Art, Vice zu spielen.

Sind gebrauchte Vice-Bälle im Turnier zugelassen?

Ja, sofern das Modell auf der Liste der zugelassenen Golfbälle steht und der Ball nicht beschädigt ist. Entscheidend ist Regel 4.2 der Golfregeln des R&A: Der Ball muss den Anforderungen entsprechen, sein Gebrauchtzustand spielt keine Rolle. Das ist keine Rechtsberatung — bei Turnieren gilt immer die Ausschreibung deines Clubs.

Stand: August 2026. Kompressions- und Aufbauangaben nach Out of Bounds Golf (Modelltest 2026) und MyGolfSpy Ball Lab; Golferzahlen nach Deutscher Golf Verband, Stand 30.09.2025. Preise sind Stückpreise aus den aktuellen Packungsgrößen und können sich ändern.

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